3 Fakten, warum Sie um Süßstoff einen großen Bogen machen sollten

Süßstoffe sind grundsätzlich bei den meisten von uns bekannt mit eher positiven Eigenschaften: Sie besitzen keinen physiologischen Brennwert (Kalorien), können die Zähne nicht durch Karies schädigen und sind wesentlich süßer als die meisten anderen Zuckerarten. Doch was steckt dahinter?

Achtung Süßstoff - Diätfrei Abnehmen

Dass jedoch der Genuss von Süßstoffen (sowie Lebensmitteln, die Süßstoffe enthalten) ganz entscheidende Nachteile mit sich bringen kann, ist den meisten von uns nicht bekannt. Deshalb verzehren viele von uns ständig Süßstoff ("Diät-Lebensmittel") und wundern sich über das ein oder andere Gesundheits- bzw. Gewichtsproblem.
Doch nun der Reihe nach …

1. Fakt: Süßstoffe machen dick

Hierzu gibt es unzählige Studien, die das bestätigen, denn Süßstoff wirkt unter anderem anscheinend nicht auf unser Belohnungszentrum im Gehirn.

Warum aber macht jedoch Süßstoff neben diesem Grund auch noch dick, obwohl es praktisch keine Kalorien hat? Ganz einfach und sehr oberflächlich erklärt:

Wenn Sie Süßstoff (oder eben auch ein Lebensmittel, welches diesen künstlichen Zuckeraustauschstoff enthält) essen schmeckt das zunächst süß.

Ihr Gehirn kann nicht unterscheiden, ob Sie jetzt etwas mit Zucker gegessen haben oder etwas, was außer dem Geschmack nichts mit Zucker zu tun hat. Da Ihr Gehirn das also nicht unterscheiden kann, gibt es nun Ihrer Bauchspeicheldrüse den Befehl, Insulin zu produzieren.

Wofür wird Insulin benötigt?

Insulin bewirkt, dass der Blutzuckerspiegel immer konstant gehalten wird. Ein zu hoher Blutzuckerspiegel (Diabetes) ist genauso gefährlich wie ein zu niedriger (Unterzuckerung). Durch Insulinausschüttung ist Ihr Körper in der Lage den Blutzuckerspiegel zu reduzieren, falls Sie etwas mit Zucker essen.

Jetzt haben Sie aber Süßstoff gegessen und keinen Zucker – was nun? Ihr Körper hat Insulin bereitgestellt und dadurch Ihren Blutzuckerspiegel gesenkt – es kam aber kein Zucker sondern ein Zuckeraustauschstoff.

Was passiert nun mit dem Blutzuckerspiegel?

Dieser ist jetzt im Moment zu niedrig. Damit der Blutzuckerspiegel wieder auf normale Werte ansteigen kann, bekommen Sie jetzt Lust auf etwas Süßes. Wobei man fast schon nicht mehr von Lust sprechen kann, es ist eher Gier. Denn Ihr Körper sendet Ihnen Signale, unbedingt etwas Süßes zu essen, Sie praktisch das Gefühl haben, „hungrig“ zu sein (obwohl Sie vielleicht sogar gerade ausreichend gegessen haben).

Dadurch essen Sie mehr …


Dies konnte zwar in Studien bisher noch nicht bewiesen werden, meine über 20-jährige Erfahrung mit Menschen, die Gewichtsprobleme haben, bestätigt dies jedoch aber immer wieder: Das Mehr-Essen nach Süßstoffkonsum bei gleichzeitigem Mangel an Befriedigung nach dem Essen führt zu mehr Gewicht - und damit stehe ich nicht alleine da.
  

Nicht die Kalorien, die wir essen, führen letztlich zu mehr Gewicht sondern der falsche Umgang mit dem Essen ist der Grund für Übergewicht. Deshalb funktionieren auch Diäten nie langfristig und wir nehmen nicht ab, nur weil wir Kalorien reduzieren und gleichzeitig süßstoffhaltige Lebensmittel essen!


Daher macht es auch keinen Sinn, künstliche Süßungsmittel zu verzehren - egal ob pur zum Süßen oder in Getränken und anderen Lebensmitteln.

Das bedeutet also: Sollten Sie abnehmen oder nicht zunehmen wollen, sollten Sie Süßstoff und alle Produkte, die mit diesem Zusatz hergestellt werden, wie die Pest meiden.


Davon abgesehen schmecken Lebensmittel, die keinen Süßstoff enthalten, meiner Meinung nach auch viel besser. Dadurch können wir dann das Essen viel mehr genießen und haben anschließend nicht mehr Gelüste nach „mehr“, weil die Befriedigung durch das Essen bereits da ist. Zudem können wir nur so lernen, wie ein natürlich schlanker Mensch zu essen.

Ein natürlich schlanker Mensch verwendet keine Süßstoffe und Light-Produkte – und ist trotzdem (oder gerade deshalb?!) schlank!

2. Fakt: Süßstoffe ruinieren die Darmflora


Ebenfalls wurde in Studien bereits festgestellt, dass sogar bereits ein nur mäßiger Süßstoffkonsum die Darmflora bereits schon nach nur einer einzigen Woche entscheidend stört.

Der Grund, warum der Darm nachhaltig geschädigt wird: Süßstoffe wandern durch den Magen-Darm-Trakt praktisch ohne verdaut zu werden. Daher wirken diese, praktisch noch im „Naturzustand“ im Darm auf dessen bakterielle Besiedlung.

Diese ist äußerst wichtig für die Verdauung und für optimale Stoffwechselprozesse. Zudem sitzen die größten Teile des Immunsystems im Darm. Nur eine gesunde, bakterielle Besiedlung kann vor Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien, ernsthafteren Krankheiten usw.  schützen.

Hinweis: Falls Sie selbst Produkte mit Süßstoff verzehren und ständig unter Blähungen leiden wissen Sie jetzt, warum. 

Daneben spielt auch eine intakte bakterielle Besiedlung eine Rolle bei dem Zuckerstoffwechsel. Es wurde in Studien dazu auch bewiesen, dass durch diese Veränderung der Darmflora auch Vorschub zur Diabetes Typ2-Erkrankung durch Glukoseintoleranz geleistet wird.

In umfangreichen Studien konnte nachgewiesen werden, dass nach Süßstoffkonsum die für die Gesundheit wichtigen Bakterien im Darm deutlich abgenommen und schädliche, krankmachende Bakterien erheblich zugenommen hatten.

Mich wundern daher nicht die ansteigende Zahl derer, die zu Allergien und Unverträglichkeiten neigen, denn der Süßstoffkonsum (nebst Übergewicht!) steigt parallel dazu in gleichem Maße an.

Wenn Sie Wert auf Ihre Gesundheit legen, sollten Sie Süßstoffe und alle Lebensmittel, die diese künstlichen Zuckeraustauschstoffe enthalten, meiden!

3. Die Langzeitfolgen von Süßstoffkonsum sind unbekannt


Über die Wirkung von Süßstoff auf unseren Körper auf lange Sicht gesehen gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Das bedeutet: Wenn Sie jetzt Süßstoff regelmäßig verzehren machen Sie sich praktisch zu einem Versuchskaninchen auf Kosten Ihrer Gesundheit.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sagt, dass es “zur Zeit” keine Hinweise z.B. auf ein erhöhtes Krebsrisiko gibt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung sieht Süßstoff als “unbedenklich”, sofern “Höchstwerte nicht überschritten werden”.

Die Forschungsgruppe der Uni Köln zog 2001 u.a. den Schluss  “… lassen sich keine Aussagen machen, da diese erst seit kurzer Zeit im Einsatz sind”. Und 2013 kam diese u.a. dann zu dem Schluss  “… dass aber für eine optimale Gesundheit zu empfehlen sei, nur minimale Mengen von Süßstoffen zu konsumieren” ...

(Auszug aus Wikipedia)

Bitte, bilden Sie sich selbst ein Urteil und überlegen Sie, ob Sie gerne ein Versuchskaninchen sein möchten. Die Entscheidung überlasse ich ganz Ihnen.

Hinter welchen Namen verbirgt sich Süßstoff?
Wenn Sie eine der nachfolgenden Angaben in der Zutatenliste eines Lebensmittels lesen – oder eine der folgenden E-Nummern – , so enthält dieses Süßstoff:

  • Acesulfam (E 950)
  • Aspartam-Acesulfam-Salz (E 962)
  • Cyclamat (E 952)
  • Neohesperidin (E 959)
  • Neotam (E 961)
  • Saccharin (E 954)
  • Sucralose (E 955)
  • Thaumatin (E 957)

Das ist jedoch nur eine Auswahl der bekanntesten Süßstoffe. Es gibt leider noch mehr davon ...

Was gibt es noch zu beachten?
Süßstoffe wurden bereits in der Nachkriegszeit eingesetzt, um Teile des damals knappen Zuckers zu ersetzen. In den Mengen, in denen er heutzutage konsumiert wird, wird er jedoch erst kurze Zeit verwendet.


Für die Industrie ist der Süßstoff heutzutage ein richtiger ein Segen: So kann ein Fertigprodukt billig gesüßt werden, denn Süßstoff ist unter Umständen zigtausend Mal so süß wie normaler Zucker. Gleichzeitig kann dieses Produkt dann beworben werden mit Wörtern wie "kalorienreduziert" oder "enthält keinen Zucker" - was noch mehr unwissende Verbraucher anlockt, so etwas zu kaufen. 


Merken Sie sich: In allen Produkten, die die Aufschrift "ohne Zucker" tragen, steckt meist ein künstlicher Süßstoff.

"Ohne Zucker" bedeutet schlicht und einfach: "mit künstlichem Süßstoff" - die Industrie drückt das gerne aber lieber positiv für den unwissenden Verbraucher aus, denn "mit künstlichem Süßstoff" hört sich nicht gerade verkaufsfördernd an.


Noch niemand kennt die entsprechende Auswirkungen des Langzeitkonsums auf die Gesundheit - wie bereits erwähnt.  Dies bleibt erst noch abzuwarten.

Es nehmen jedoch ja genug Menschen an der "Studie" teil, die dieses Chemieprodukt täglich konsumieren ... (sorry, das ist meine Ironie).

Rechts: Die Stevia Pflanze - Links: Pulver und Liquid aus Stevia hergestellt

Rechts: Die Stevia Pflanze - Links: Pulver und Liquid aus Stevia hergestellt

Was ist mit Stevia und Xylit?
Stevia ist eine Staude, die ursprünglich aus Südamerika kommt und bereits seit hunderten von Jahren von dessen Einwohnern zum Süßen verwendet wird.

Stevia ist bis 200°C hitzebeständig und im Gegensatz zu anderen Süßungsmitteln auch verträglich für Menschen, die z.B. Sorbit nicht vertragen (z.B. bei Fruktosemalabsorption).

Stevia ist eine Alternative zu Süßstoff; hier sind bislang keinerlei negative Auswirkungen auf die Gesundheit bekannt - was jedoch aber kein Freibrief für das hemmungslose Benutzen dieses Süßungsmittel bedeutet.

Stevia gibt es mittlerweile nicht nur als reine Stevia-Pflanze, sondern sogar in „Tablettenform“ zum Süßen, in flüssiger Form und als (weißes) Pulver (siehe Bild oben).

Xylit bzw. Xylitol könnten Sie ebenfalls verwenden. Dieses Süßungsmittel wird z.B. aus Holzrinde oder Maiskolbenresten hergestellt. Diese Süßungsalternative schmeckt weniger süß als Zucker und hinterlässt – pur genossen – ein „kaltes“ Gefühl auf der Zunge. Xylit kann – im Gegensatz zu Stevia – bei mäßigem Konsum (ab 0,5 g pro kg Körpergewicht) bereits abführend (bis hin zu Durchfall) wirken.

Bisher wurden hier noch keine schädlichen Wirkungen auf die Gesundheit bekannt; jedoch traten bei Tierexperimenten mit Xylit schwere Nebenwirkungen auf: Bei Hunden wurde ein lebensbedrohlich starker Abfall des Blutzuckerspiegels, Blutgerinnungsstörungen sowie eine schwere Schädigung der Leber beobachtet. Inwieweit das für den Menschen übertragbar ist, wurde bis jetzt noch nicht abschließend geklärt. Ich würde es daher ebenfalls nicht konsumieren.



Darf ich jetzt keinen Zucker mehr essen, wenn ich mit ihrem Programm, Frau Leukert, abnehme?
Ja, diese Frage wird mir nach dem Lesen oft gestellt. Sie sollten jedoch beachten:
Dieser Blog-Artikel ist kein Verbot für Zucker sondern klärt über die Wirkung des künstlichen Zuckers auf.

Jeder normale, raffinierte weiße Haushaltszucker ist in jedem Fall meiner Meinung nach jedem künstlichen Süßstoff vorzuziehen (ganz egal, ob man abnehmen möchte oder nicht).


Meine Empfehlung ist jedoch, wenn möglich beim Backen und Kochen natürliche Süßungsmittel vorzuziehen – weil sie einfach besser schmecken und teilweise sogar noch Vitalstoffe liefern. Das ist kein Muss, sondern einfach ein Tipp für die Gesundheit. Beispielsweise kämen da in Betracht:

  1. Honig
    Honig enthält einige Vitamine und Mineralien, unendlich viele Fermente und – sofern er naturbelassen ist und kaltgeschleudert wurde – jede Menge positive Wirkungen auf die Gesundheit. Ganz egal, ob innerlich verwendet (z.B. beim Backen, Kochen, in Salatsoßen, auf dem Brot, im Müsli) oder auch äußerlich (z.B. zur Haut- und Lippenpflege) ist Honig eine wirklich gesunde Alternative.

  2. Voll-Rohrzucker
    Voll-Rohrzucker ist die beste Alternative unter den Zuckerarten und enthält sogar noch Kalium, Kalzium, Magnesium, alle B-Vitamine sowie Eisen in kleineren Mengen. Voll-Rohrzucker ist leider etwas wasseranziehend und kann daher leicht Klumpen bilden – und dennoch eine gute Variante für alle, die Zucker mit einem guten Gewissen genießen möchten.

  3. Agavendicksaft
    Er wird hauptsächlich aus Agaven hergestellt, die aus Mexiko stammen. Agavendicksaft löst sich sehr schnell auf, daher benutzen viele diesen Zuckerersatz zum Süßen von Getränken. Agavendicksaft hat nur eine verschwindend geringe Menge Vitalstoffe und schmeckt karamellartig. Da er jedoch einen hohen Fruktose-Anteil besitzt ist er nicht geeignet für Menschen, die unter einer Fruktosemalabsorption leiden.

Was gibt es beim Abnehmen zu beachten?
Welchen Zucker Sie verwenden ist letztlich keine Frage beim Abnehmen, zumindest wenn Sie das Programm Diätfrei Abnehmen machen. Hierbei geht es nicht darum, spezielle Lebensmittel vorzuziehen oder Dinge zu essen, die Sie nicht mögen. Dies würden wir alle ohnehin nicht lange durchhalten und anschließend wieder zunehmen.

Daher können Sie das bevorzugen, was Sie mögen und was Ihnen persönlich wirklicht schmeckt. Da ich davon ausgehe, dass Ihnen Süßstoff nicht wirklich schmeckt dürfte das Thema „Süßstoff“ sich für Sie sowieso erledigt haben …


Abschließend möchte ich jedoch noch anmerken, dass natürlich auch beim Essen der Zucker-Alternativen auf eine regelmäßige Reinigung der Zähne zum Schutz vor Karies angesagt ist - ganz egal, ob Sie ein "gesundes" Süßungsmittel wählen oder beim weißen Raffinade-Haushaltszucker.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen hiermit helfen, die richtige Entscheidung bei der Lebensmittel-Auswahl zu treffen.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Womit süßen Sie z.B. Ihre Salatsoße? Welchen Zucker verwenden Sie beim Backen? Oder verzichten Sie ganz auf ein „süßes“ Leben?

Ich freue mich über Ihren Kommentar - nur Mut!

Bitte hinterlassen Sie ein Kommentar

Ihre Antwort