Warum wir immer an alten Gewohnheiten beim Abnehmen festhalten (und die Lösung)

Für viele von uns ist das Zulegen einer neuen Gewohnheit (was ja gerade beim Abnehmen wichtig ist) immens schwer. Doch mit einem kleinen Trick ist es möglich, sich von alten Gewohnheiten zu trennen und sich für neue, bessere Gewohnheiten zu entscheiden. Lesen Sie hier alles über die Bequemlichkeitszone und warum Unbehagen das neue Wohlgefühl ist.

Was Sie hier hin gebracht hat wird Sie nicht dorthin (Ziel) bringen.

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht?

Es war sehr bequem von mir damals anzunehmen, einfach mal eine Diät zu machen, weniger zu essen und "alles ist dann gut".

Falsch! Na ja, unvollständig sagen wir mal so.

Auf gewisse Dinge kommt es ja an. Aber ich hatte halt damals gedacht, einfach weniger essen würde mein Problem mit dem Gewicht für ewig lösen.

Was ich damals nicht wusste war, dass es auf mehr Dinge ankommt:

  • Verbinde ich meine Gefühle mit dem Essen (also esse ich aus Frust, Stress, Wut, Langeweile, Glück, Kummer ....?)
  • Esse ich, weil ich einfach Essen sehe? Oder rieche?
  • Esse ich, weil ich einfach nur dazugehören will?
  • Oder esse ich, weil ich gerade das Klo geputzt habe und mich jetzt erst mal belohnen will?
  • Bewege ich mich oder verbringe ich meinen Tag fast nur sitzend/stehend/liegend?
  • Oder esse ich heimlich/stehend/schnell/hastig/mit schlechtem Gewissen - aber Hauptsache, ich esse?!

usw.

Irgendwann ist mir ein ziemlich großes Licht aufgegangen: Was mich hier hin gebracht hat (zu meiner Kleidergröße 44) wird mich auf jeden Fall nicht zur Kleidergröße 36/38 bringen.

Ist das logisch - auch für Sie?

Das, was mich quasi zu meinen 85 kg (bei 1,56 m) gebracht hat wird mich nicht hin zu 79 kg bringen, erst recht nicht auf 60 kg. So gilt das für jede von uns. Übrigens: Das gilt auch nicht nur für das Gewicht sondern für alle Lebensbereiche, in denen wir gewisse Wünsche haben!

Daher ...

... bin ich ehrlich mit Ihnen: Sie müssen lernen (sorry, Sie "müssen"...) sich wohl zu fühlen gerade auch beim Einüben neuer, besserer Gewohnheiten. Also gerade auch dann, wenn Sie eben Ihre Bequemlichkeitszone verlassen. Das kann Anfangs nicht gerade leicht sein (vor allen Dingen, wenn alle um Sie herum Ihnen kein Wort mehr glauben, wenn Sie wieder tönen, dass Sie abnehmen wollen!).

Wann kommt man aus der Bequemlichkeitszone?

Ganz einfach: Wir kommen aus dieser Zone, sobald wir etwas tun, was wir sonst noch nie (oder ganz selten) getan haben. Schwupps - sind wir schon aus unserer "Bequemlichkeitszone".

Ich habe meine Lektion gelernt

Die größte Lektion, die ich gelernt habe und die letztlich zu all meinen Erfolgen geführt hat (beim Abnehmen) war, krass gesagt, mich wohl zu fühlen gerade bei Unbehagen. Unbehagen ist nämlich genau das, was wir fühlen, sobald wir etwas anders machen als wie wir es bisher immer gemacht haben.

Ein Beispiel:
Ich habe irgendwann mal in einem meiner Blogartikel geschrieben, dass man gerade dann, wenn man oft müde tagsüber ist und Heißhunger spürt, morgens ausreichend gut und vor allen Dingen warm frühstücken soll.

Z.B. einen warmen Hirsebrei mit Nüssen, Obst etc. Oder ein Omelett mit Schinken, Käse, Gemüse oder eine richtig gekochte Suppe (kein Tütenkram). Wenn wir bisher jedoch immer nur zehn 08/15-Scheiben weißes Toast mit Nutella gefrühstückt oder sogar gar nichts gegessen haben (und uns dann wundern, dass wir tagsüber lauter Hänger haben und Gier nach mehr süßen Sachen) wird natürlich das neue Frühstück uns erst einmal erheblich aus unserer Bequemlichkeitszone bringen.

Manch einer wird das dann zwei, drei Mal ausprobieren und es dann auch wieder sein lassen (ganz im Gegenteil zu dem guten Gefühl, dass wir eigentlich an diesen Tagen richtig fit waren). Warum? Das Zubereiten des Frühstücks war etwas Neues, etwas, was wir sonst in unserem 30-, 40-, oder 50+-jährigen Leben noch nie gemacht haben und daher war es ...

außerhalb unserer Bequemlichkeitszone ...

und deshalb haben wir Unbehagen gespürt, weil es einfach keine Gewohnheit war. Dann haben wir es wieder aufgegeben (weil wir nicht uns in diesem Unbehagen wohl gefühlt haben) und stattdessen wieder das Internet durchforstet nach "magischen" Lösungen fürs Abnehmen ...

Das meine ich damit ...
Ich komme also noch einmal zurück: Wir (Sie!) müssen lernen, dieses Unbehagen zunächst einmal auszuhalten und am besten Sie beginnen, sich in diesem Unbehagen wohl zu fühlen.

Wohlfühlen bei Unbehagen ist das Gefühl, was Sie unfehlbar zu jedem Ziel bringt!

Das "wohl zu fühlen" ist eine bewusste Entscheidung. Sie müssen dafür keine "Bärenkräfte" aufbringen oder Ihre Kindheit erst psychologisch aufarbeiten. Es ist einfach eine Entscheidung - Ihre Entscheidung!

Das Unbehagen wird zwangsläufig irgendwann zu einem Wohlgefühl, aber nur dann, wenn wir das Unbehagen einfach da sein lassen und nicht wieder den Kopf vorschnell in den Sand stecken.

Daher werden auch Sie Ihre Lektion zwangsläufig lernen müssen - wenn Sie gewisse Wünsche in Ihrem Leben gerne verwirklicht hätten. Wohlfühlen im Unbehagen macht aus Unbehagen zwangsläufig ein Wohlfühlen. Dann nämlich, wenn es zu einer Gewohnheit geworden ist. Aber nur, wenn Sie dranbleiben!

Wie sieht es bei Ihnen aus? Kennen Sie auch dieses Unbehagen, wenn Sie anders handeln als wie Sie es sonst immer tun? Was machen Sie dann? Haben Sie auch so wie ich früher dann meistens dem Unbehagen nachgegeben und sind wieder in Ihre alte Gewohnheit zurückgefallen? Haben Sie bereits schon einmal probiert, sich gerade auch in diesen Situationen gut zu fühlen?

Wie ist Ihre Erfahrung?

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